Grubenfelder Leonie

Karte: Grubenfelder Leonie

Größe: 87 ha
NSG-Nr.: 300.55

Bis Mitte der 80er Jahre wurde im Bereich des heutigen Naturschutzgebietes nördlich von Auerbach i.d. OPf. Eisenerz unter Tage abgebaut. Sichtbare Senkungen und Verwerfungen sind auf das Einstürzen von unterirdischen Hohlräumen zurückzuführen. Da das Gebiet nicht mehr betreten werden konnte, entwickelte es sich zu einem Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das reichhaltige Mosaik aus Acker- und Wiesenbrachen, Pioniergehölzen, Magerrasen, Misch- und Nadelwäldern, natürlichen Bachläufen, Quellen und Erdeinbrüchen ist heute von großer Bedeutung für den Naturschutz.

Diese Strukturen sollen durch eine gezielte Beweidung erhalten und Magerrasen-Flächen sowie Lebensräume für Amphibien geschaffen werden. Das Vorkommen von Laichgebieten für Kammmolch, Laubfrosch und Gelbbauchunke ist von besonderer Bedeutung.

Um der natürlichen Sukzession der Wiederbewaldung entgegen zu wirken werden auf der Fläche seit 2000 Auerochsen, auch Heckenrinder genannt, als „lebende“ Landschaftspfleger gehalten. Dank ihrer Robustheit, Genügsamkeit und Widerstandskraft gegenüber Krankheiten eignen sich Heckrinder besonders gut für die Beweidung naturnaher Flächen. Ihr geringes Gewicht sorgt zudem für weniger Trittschäden – ein Plus für empfindliche Lebensräume. Der größte Teil der Fläche ist im Eigentum des Landesbund für Vogelschutz e.V., der sich auch um die Beweidung und Erhaltung der Lebensräume kümmert.

Neben neu überarbeiteten Naturschutzgebietstafeln kann nun auch die Ochsentour durch die kostenfreie App natur.digital mit spannenden Infos zu Flora und Fauna erweitert werden. Einen Eindruck davon gibt es von Naturgucker Tom zusammen mit Wolfgang Wiesent, Vorsitzender des Weideprojekts Leonie e.V., die mit natur.digital diese einzigartige Savanne der Oberpfalz erkundet haben. Link unter "Weitere Informationen".

Begehbarkeit: Die durch das Gebiet führende Rad- und Fußwege liegen auf der ehemaligen B 470 und können jederzeit begangen werden. Bitte verlassen Sie den Weg nicht! Um größere Teile des Naturschutzgebietes zu sehen bietet der LBV in Amberg-Sulzbach Führungen an.

Infotafel Arten Nsg

Infotafel Bergbau Nsg