Erfolgreicher Austausch beim Wasserpakt 2026

02.07.2026-022

Gemeinsam für sauberes Wasser in der Oberpfalz

Beratzhausen. Wasser ist unsere wertvollste natürliche Ressource und bildet die unverzichtbare Grundlage für Leben, Umwelt und wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig stellen die Folgen des Klimawandels – insbesondere zunehmende Trockenperioden, häufigere Starkregenereignisse und veränderte Wasserverfügbarkeiten – den Schutz von Gewässern und Böden vor immer größere Herausforderungen.

Vor diesem Hintergrund ist eine enge Zusammenarbeit aller Akteure rund um die Themen Wasser und Gewässerschutz von zentraler Bedeutung. Mit dem Wasserpakt Oberpfalz hat sich in den vergangenen Jahren eine starke Plattform für den kooperativen Gewässerschutz etabliert. Die freiwillige Vereinbarung vereint mittlerweile 17 Partner und schafft die Grundlage für gemeinsames Handeln, den fachlichen Austausch sowie die nachhaltige Sicherung unserer Wasserressourcen.

Die Regierung der Oberpfalz lud zum diesjährigen Wasserpakt-Treffen Vertreterinnen und Vertreter von Wasserversorgern, Landwirtschaft, Verbänden und Institutionen nach Beratzhausen ein, um sich über bewährte Maßnahmen, neue Lösungsansätze und die praktische Umsetzung vor Ort auszutauschen. Ziel war es, über gesetzliche Vorgaben hinaus konkrete Beiträge zur Verbesserung des Gewässerzustandes zu leisten und den Landschaftswasserhaushalt zu sichern.

Die Teilnehmenden wurden von Emanuel Schlosser, Leiter des Sachgebiets „Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft“ an der Regierung, begrüßt. Anschließend begleiteten Georg Strobl aus dem Sachgebiet „Wasserwirtschaft“ sowie Dr. Stefan Kremb aus dem Sachgebiet „Agrarstruktur und Umweltbelange in der Landwirtschaft“ mit ihren Fachvorträgen durch den Tag. Den Abschluss übernahm Hans-Dietrich Uhl, Sachgebietsleiter „Wasserwirtschaft“, der ein positives Fazit zog.

Im Mittelpunkt der Fachvorträge standen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze im Gewässer- und Trinkwasserschutz. Georg Strobl berichtete über aktuelle Themen der Wasserwirtschaft. Dr. Stefan Kremb erläuterte die Bedeutung des Gewässerschutzes in der Landwirtschaft sowie die Rolle des Humus für einen nachhaltigen Ackerbau.

Wichtiger Bestandteil des Austausches sind die Erfahrungen und Beispiele von praktizierenden Landwirten der Betriebe Schmaußer, Schön und Böhm und von kommunalen Wasserversorgern.  Franz Herrler, Vorsitzender der Kooperation Trinkwasserschutz Oberpfälzer Jura, stellte Maßnahmen und Erfahrungen in Trinkwassergewinnungsgebieten vor.

Ein Höhepunkt war die Besichtigung des Wasserwerks Laber-Naab und die Exkursion im Trinkwassereinzugsgebiet bei Illkofen.

Anbaumethoden, Bodenbearbeitung, Großgeräte, Gewässerabstände
Der erste geplante Besichtigungspunkt zur Problematik der Umsetzung von Auflagen an Gewässerrandstreifen wurde witterungsbedingt anhand von Fotos, Ausbringkarten und Tabellen noch im Wasserwerk abgehandelt. Schwierig ist es für Landwirte, da in den Trockentälern des Jura das Erscheinungsbild von Gewässern oft wechselt. Landwirte müssen daher jede Einzelfläche im Umweltatlas auf die Einstufung überprüfen um die Vorgaben zu Düngung und Pflanzenschutz exakt einzuhalten.

Die Teilnehmer konnten auf der Fläche bei Illkofen eine mit Kleegras begrünte Abflussmulde und einen Maisschlag nach pflugloser Bestellung mit Mulchsaat in erosionsgefährdeter Lage besichtigen. Beim Versickerungsversuch mit 50 mm konnte in der Vorwoche auf der Fläche das Wasser beim Test am 22.Juni innerhalb von nur 47 Sekunden vollständig versickern. Dies zeigte die gute Bodenstruktur und einen vermutlich hohen Regenwurmbesatz. Dazu waren auf der Fläche zwei Grubber zur flachen Bodenbearbeitung ausgestellt mit denen z.B. die Zwischenfrucht oder das Luzernekleegras eingearbeitet werden kann. Die nachfolgenden Flächen der Ökolandwirte Böhm Günther und Schön Karl wiesen ebenfalls eine gute Bodenstruktur auf und ließen bei der Prüfung mit der Bodensonde am 22.6. ebenfalls eine tiefgreifende Bodenlockerung erkennen. Schwierig für die Bewirtschaftung im Jura sind die stark wechselnden Böden auf denen sich bei größeren Schlägen zukünftig eine teilschlagspezifische Bewirtschaftung anbieten würde.

Alle Partner verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Schutz von Gewässern und Böden. Der regelmäßige Austausch zeigt, dass freiwilliges Engagement und eine starke Zusammenarbeit vor Ort entscheidend für einen nachhaltigen Gewässerschutz sind.

Hintergrund zum Wasserpakt Oberpfalz: 17 Paktpartner für gemeinsames, abgestimmtes Handeln im Gewässerschutz
Um den Gewässer- und Bodenschutz in Bayern voranzubringen, hat die Bayerische Staatsregierung im März 2017 zusammen mit Erzeugern, öffentlichen Wasserversorgern, Fachverbänden und Institutionen einen Wasserpakt geschlossen. Die inzwischen 17 Partner des Wasserpakt Bayern bündeln auf Grundlage einer Vereinbarung zum kooperativen Gewässerschutz und zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts ihre Kräfte. Die landwirtschaftlichen Erzeuger als große Flächennutzer sind im Wasserpakt unter anderem vertreten durch den Bayerischen Bauernverband, den Biogasfachverband oder die Maschinenringe. Der Pakt wurde im Dezember 2022 erneuert. So sollen auf freiwilliger Basis, ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben, die Einträge von Nährstoffen und Schadstoffen in die Gewässer minimiert, die Infiltrations- und Wasserspeicherfähigkeit der Böden verbessert und eine klimaangepasste Flurgestaltung umgesetzt werden. Auf regionalen Veranstaltungen wird von aktuellen Entwicklungen, best practice-Beispielen und neuen Ansätzen der Projektpartner berichtet.
Anhang

Bildergalerie