Bodenschutz und Bodenwasserhaushalt im Fokus des Trinkwasserschutzes

05.05.2026-015

9. Wasserforum Oberpfalz

Regensburg. Boden filtert, speichert und lenkt Wasser – und ist damit ein entscheidender Verbündeter für den Schutz unseres Trinkwassers. Beim 9. Wasserforum Oberpfalz an der Regierung der Oberpfalz drehte sich deshalb alles um die Frage, welche Bedeutung Bodenschutz und Bodenwasserhaushalt für sauberes und ausreichend verfügbares Trinkwasser haben.

Rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zum fachlichen Austausch zusammen, darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der gesamten Oberpfalz, zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter von öffentlichen Wasserversorgungsunternehmen sowie Fachleute aus Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Verwaltung.

Regierungsvizepräsidentin Christiane Zürn betonte zur Eröffnung die zentrale Rolle des Bodens für den Schutz der Wasserressourcen: „Gesunder Boden ist weit mehr als nur Untergrund. Er wirkt wie ein Schwamm, nimmt Wasser auf, speichert es und hilft damit nicht nur bei der Grundwasserneubildung, sondern auch beim Rückhalt von Starkniederschlägen. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenperioden und heftigerer Regenereignisse ist das von wachsender Bedeutung.“ Die Lage ist angespannt: Im Winterhalbjahr habe das Niederschlagsdefizit in Bayern und der Oberpfalz rund 25 Prozent betragen.

Im Mittelpunkt des Wasserforums standen vier Fachvorträge, die das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchteten. Dr. Jörg Zausig, Leiter des Hauptausschusses Gewässer und Boden der DWA, erläuterte die Rolle der Böden für das Grundwasser sowie die gesetzlichen Grundlagen des vorsorgenden Bodenschutzes. Franz Rösl, Vorstand der Interessengemeinschaft gesunder Boden e. V., zeigte auf, wie eng gesunder Boden mit Wasserhaushalt, Erosionsschutz und Trinkwasserschutz zusammenhängt.

Helena Ziegenhagel von der ARGE BM SOL-Süd, Büro CDM Smith SE, berichtete über die Schnittstelle von Boden- und Wasserschutz beim Bau des SuedOstLinks. Christoph Hüttl, Leiter des Sachgebiets Raumordnung, Landes- und Regionalplanung an der Regierung der Oberpfalz, zeigte, wie das Schutzgut Wasser in der Regionalplanung berücksichtigt wird.

Grundwasserschutz, so die zentrale Botschaft der Veranstaltung, ist keine Aufgabe einzelner Stellen, sondern eine gemeinsame Verantwortung – und sie beginnt nicht erst im Wasser, sondern schon im Boden.

Das Wasserforum ist Teil der Aktion Grundwasserschutz Oberpfalz und ein Baustein im Wasserpakt Bayern.
 

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